Jahresberichte des Kulturarchivs

Hier folgt der aktuelle Jahresbericht des Kulturarchivs Oberengadin.
PDF-Download des Jahresberichts 2016 sowie früherer Jahre finden Sie hier.

Jahresbericht 2017
Allgemeines zum Kulturarchiv Oberengadin

Bedeutung
Das Kulturarchiv Oberengadin wurde im Geschäftsjahr 2017 wiederum rege besucht. Die Interessierten kommen aus nah und fern um die Archivalien zu konsultieren. Viele melden sich über die Homepage oder weil sie das Gesuchte im Online-Inventar entdecken. Zu den Besuchern und Kontakten zählen auch jene, die dem Kulturarchiv Oberengadin ihre Archivalien und Familiennachlässe übergeben (wollen). Willkommen sind zudem die vielen Gäste, Einheimischen und Neugierigen, die sich gerne durch die Archivräume führen lassen.
Die Oberengadiner Gemeinden und deren Bevölkerung haben die Bedeutung der Institution erkannt, was durch den an der Volksabstimmung angenommenen Sockelbeitrag an das Kulturarchiv zum Ausdruck kommt. Die Leistungsvereinbarungen mit den elf Gemeinden konnten unterzeichnet werden, somit ist der Archivbetrieb während den kommenden vier Jahren gesichert.
Das Kulturarchiv legt grossen Wert darauf, die Bestände nicht nur zu inventarisieren und in Schachteln zu horten, sondern die wertvollen Inhalte auch bekannt zu machen. Während der ganzen Woche und des ganzen Jahres gibt fachkundiges Personal telefonisch und schriftlich Auskunft und unterstützt die Archivbenützerinnen und -benützer, darunter etliche Studenten und Schüler, bei den Recherchen sowie der Verwendung und Publikation der Dokumente.
Die Räumlichkeiten sind so gestaltet, dass die Archivbesucher nicht nur geschlossene Archivschachteln sehen, sondern auch Bilder, Objekte und ausgestellte Dokumente zur Engadiner Geschichte im stimmungsvollen Ambiente entdecken und zudem an vorgesehenen Arbeitsplätzen die Unterlagen konsultieren können. 

Präsenz
Insbesondere die Ausstellungen und Anlässe, die das Kulturarchiv selbst organisiert oder an denen es beteiligt ist, machen die Institution in breiten Bevölkerungskreisen bekannt. Im Sommer 2017 konnte das Kulturarchiv den grossen historischen Estrich der Chesa Planta für die multimediale Ausstellung LATERNA MAGICA nutzen, zudem wurden Ausstellungen mit Dokumenten des Kulturarchivs im Foyer des Hotels Laudinella in St. Moritz, in der Rimessa  Castelmur in Stampa/Coltura und im Atelier Segantini in Maloja gezeigt.
Im Geschäftsjahr 2017 war das Kulturarchiv Oberengadin in den Medien und in der Öffentlichkeit wiederum präsent: in Zeitungen, Zeitschriften, Büchern und auch auf der Homepage und auf Facebook, die ständig mit neuen Informationen ausgestattet wurden. Seit 2017 gibt es in der Online-Enzyklopädie Wikipedia einen informativen Artikel über das Kulturarchiv Oberengadin.
Die neuen Prospekte in deutscher, romanischer, italienischer und englischer Sprache (die einzelnen Ausgaben sind unterschiedlich illustriert) wurden breitflächig verteilt. Durch die Prospekte wurden zahlreiche weitere Interessierte auf das Kulturarchiv Oberengadin aufmerksam.

Vernetzung
Um die Effizienz zu steigern arbeitet das Kulturarchiv mit anderen Archiven, Institutionen und Bildungsinstituten zusammen: Staatsarchiv Graubünden, Schweizerisches Institut für Kunstwissenschaft, Institut für Kulturforschung Graubünden, Dokumentationsbibliothek St. Moritz, Archiv cultural Engiadina Bassa, Schulen und Hochschulen.
Die Zusammenarbeit mit anderen Archiven erlaubt einen fruchtbaren Austausch. Die Übernahme unseres Online-Inventarisationsmodells von Seiten des Archiv cultural Engiadina Bassa, der Segantini-Archive und des Archiv Cultural Foppa (Surselva) ist vorteilhaft.
Die regelmässig aktualisierte Website www.kulturarchiv.ch, die reichhaltige Facebook-Seite und das detailreiche Online-Inventar haben zahlreiche Interessierte auf das Archiv und die Dokumente aufmerksam und die Institution „volksnah“ gemacht, aber auch zahlreiche Kulturfachleute auf das wertvolle Gut hingewiesen.

Nutzung
Das Kulturarchiv ist eine einzigartige Quelle für die Recherchen über die Engadiner Geschichte. Damit die Interessierten, die oft von weit her anreisen, genug Zeit haben um das Archivgut zu konsultieren, ist es auf Voranmeldung möglich, während der ganzen Woche und über Mittag im Archiv zu arbeiten.
Zu den am meisten konsultierten Archivalien zählen:
Die Fotonachlässe Gustav Sommer, Samedan (ca. 40'000 Fotoplatten), Elizabeth Main, St. Moritz/London (400 Originalfotos), Angelo Klainguti, Bever (über 2000 Fotos), die von Edith Kellenberger geschenkte Briefsammlung, bestehend aus ca. 10'000 Briefen von Silser Familien, sowie der Schriftennachlass Segantini bestehend aus Tausenden von Schriftstücken, Fotos und Publikationen.
Besonders gefragte Themen und Archivalien sind die Bündner Zuckerbäcker im Ausland, Stammbäume von Engadiner Familien, das abgebrannte Hotel Waldhaus in Vulpera, Stereofotografien von Reisen, Wanderungen, Jägern, Bauern usw., die handkolorierten Laterna-magica-Glasplatten, Landschafts- und Architekturfotos, Abbildungen zu Sport, Olympischen Winterspielen, Eislaufen, Künstlern (ausser Segantini auch Giacometti, Pedretti, Könz, Monchalon, Kornhaas, Porges usw.), Gletscherpilot Fredy Wissel, Steinbock-Wiederansiedlung, Lawinenniedergänge, Überschwemmungen, Herbarien, Landschaft.
Die Mitarbeiter des Kulturarchivs Oberengadin setzen sich dafür ein, die vielen unterschiedlichen Anfragen und Anliegen der Forscher und Interessierten möglichst gut zu beantworten. Es gibt kaum eine Anfrage, die mit Nein beantwortet werden muss.
Zahlreich sind die Künstler, Filmleute, Fotografen und Publizisten, die das Archiv besuchen. Sie sind fasziniert von der stimmungsvollen Umgebung und schätzen die gut geregelte Zugänglichkeit der Archivalien. Das Büro mit dem grossen, stets Wärme spendenden Holzofen und die mit Gestellen aus Lärchenholz kunstvoll ausgestatteten „Keller“, wo früher die Salis und die Planta ihre Vorräte horteten, haben zweifelsohne eine ganz besondere Ausstrahlung.
Im Vorraum der Archivdepots im Untergeschoss läuft man noch heute am Leichenwagen vorbei, dem Herr Polin das Pferd – „wenn die Zeit ruft“ – vorspannt um durch das untere Tor hinauszufahren. Dabei kann man einen Moment über die Endlichkeit des Lebens nachdenken. Dazu passt im Grunde genommen das Archiv als Ort, wo Dokumente die Vergangenheit weiterleben lassen.

Aktualisierung des Online-Inventarsystems
Das Online-Inventar wurde durch Gian Reto Melchior (Firma Imagicon) auf ein neues System umgestellt. Um die Nutzung durch die zahlreichen Interessierten durchgehend zu ermöglichen, wurden die Anpassungen während eines Jahres sorgfältig stufenweise ausgeführt. Die Neuerungen erstrecken sich automatisch auch auf die angeschlossenen Kulturarchive des Unterengadins und der Foppa sowie das Archiv Segantini. Das auf Invenio basierte Archivierungssystem wurde auf eine individuelle webbasierte Applikation, abgestützt auf OpenSource Systemen, umgestellt. Dies um den Bedürfnissen der Kulturarchive bei der Archivierung besser gerecht zu werden sowie die Suche zu vereinfachen und zu beschleunigen. Gleichzeitig wurde damit die Systemsicherheit erhöht und die Möglichkeit geschaffen, jederzeit individuelle Backups zu erstellen.

Ausgeführte Inventarisationsarbeiten
Der grösste Arbeitsanteil fällt auf die Entgegennahme von neuen Dokumenten, die Einordnung, Archivierung und Restaurierung. Bereits bei der Ausführung dieser Arbeiten wird darauf geachtet, dass die Inventarisation und Digitalisierung so organisiert wird, dass sie auch der Bekanntmachung der Archivalien ausserhalb des Archivs dient (durch Publikation in den Medien, in Zeitungsartikeln, in Büchern, durch Ausstellungen und andere Aktivitäten).

 

Inventarisation grösserer Bestände

Dauerleihgabe Familie Saratz, Pontresina
Eingangsdatum: 14.1.2016
Die umfangreiche Dokumentation betrifft insbesondere Pontresina, zudem das Engadin, die Familie Saratz und deren Verwandtschaft sowie diverse Hotels. Die ca. 5000 Fotografien, Negative und Fotoplatten, 5000 Briefe, 200 Bücher und Publikationen sowie eine Laterna magica mit einmaligen Serien von Glasdias stammen aus der Zeit von 1750 bis 1950. Vorgängig wurde mit der Familie Saratz eine Auswahl der Dokumente, die dem Archiv übergeben werden sollten, getroffen. Danach erfolgte im Archiv die Einteilung und schlussendlich die Inventarisierung.
Der bedeutende Bestand erhielt einen zentralen Standort im geräumigen
Depot 10. Mehrere hundert Diapositive, Fotografien und Briefe wurden digitalisiert. Ein Teil der Schriften wurde von Duri Saratz transkribiert. 

Nachlass Rudolf Boppart, Sils-Baselgia
Eingangsdatum: 10.12.2015
Rudolf Boppart (1918–1999) hat diverse Bücher über das Engadin publiziert. Er war Textilunternehmer am Bodensee, baute sich ein Haus in Sils Baselgia und verbrachte viel Zeit im Engadin. Im Pensionsalter schrieb er verschiedene Bücher über das Engadin. Seine Studienunterlagen setzen sich aus ca. 15’000 Ansichtskarten, Fotos, Stichen, Reproduktionen, zudem rund 5000 Dokumenten, z. T. als Fotokopien, seltenen Publikationen, vor allem das Oberengadin betreffend, zusammen. Die Dokumente sind nach Gemeinden eingeteilt – Sils, Bergell, Puschlav, Münstertal, Misox, Heinzenberg, Hinterrhein, Plessur usw., dazu kommt eine Dokumentation zur Geschichte Graubündens aus der Zeitspanne 1300 bis 1970. Die Aufnahmen und Dokumente sind in 36 Ordnern, auf Blätter geklebt, nach Dörfern und Themen geordnet und beschriftet, sowie in sieben Schachteln abgelegt.
Die Inhalte der Ordner und Schachteln wurden sorgfältig aufgelistet und inventarisiert, einige wichtige Stücke daraus digitalisiert und ins Online-Inventar eingefügt. 

Nachlass Camill Hoffmann, St. Moritz
Überreicht von Annamaria Studer, Trogen
Eingangsdatum: 30.5.2016
Die Glasnegative, Schriften und Publikationen aus dem Nachlass des Pfarrers (und Fotografen) Camill Hoffmann betreffen seine Familie sowie die Angehörigen und Bekannten, die ihn im Engadin besuchten.
Die kunstvollen Aufnahmen erzählen vom Engadiner Dorfleben und der Landschaft sowie von Persönlichkeiten aus Hoffmanns Bekanntenkreis wie dem Maler Giovanni Segantini, dem Naturforscher Albert Heim, dem Schriftsteller Johann Christoph Heer sowie Prominenten aus der Politik.
Die dazugehörigen Briefe und Schriften ermöglichen eine genauere Identifikation der fotografierten Motive und berichten über das Berufsleben des Pfarrers und die Tätigkeit der Familie seiner Frau (geborene Robbi) als Zuckerbäcker im Ausland.
Die über 150 Negative und ca. 100 schriftlichen Dokumente ergänzen den Nachlass Hoffmann, der dem Kulturarchiv Oberengadin in diversen Teilen in den vergangenen Jahren von verschiedenen Familienmitgliedern abgegeben wurde.

Schenkung Romano Plaz, Savognin
Eingangsdatum: 10.6.2016
Der Lokalhistoriker Romano Plaz hat die Dörfer, die Landschaft und diverse politische und kirchliche Anlässe in Surses/Oberhalbstein in der Zeit von 1860 bis 1970 in seinem Digitalarchiv aufbewahrt und dem Kulturarchiv Oberengadin die Aufnahmen zur Verfügung gestellt.

Schenkung Franco Niggeler, Chesa Frieda, Pontresina
Übergeben von Gian Andrea Hartmann, St. Moritz
Eingangsdatum: 11.8.2016
Die 22 Briefe und Schriften der Familien Juvalta, Schucan, Colani und anderen aus der Zeit von 1780 bis 1900 wurden eingeordnet, inventarisiert und transkribiert. Sie handeln von Finanziellem, Klagen über Sequester, Fleischhandel, Wahl des Landammanns des Hochgerichtes Oberengadin, Kriegsereignissen in Europa und im Veltlin, Verhandlungen des Grossen Rates und des Wiener Kongresses betr. Zugehörigkeit von Veltlin, Bormio und Chiavenna zu Graubünden. Dazu kommen Abrechnungen über Transporte von Wein, Salz und Honig vom Veltlin ins Oberengadin und ein Fragment über eine physikalische (alchimistische?) Abhandlung über die Luft usw.

Schenkung Bryan Thurston
Eingangsdaten: 2006–2016 (zweiter Teil)
Dieser zweite Teil der Schenkung besteht aus Tausenden von Fotografien von Landschaften, Dörfern und Leuten in Graubünden und im Tessin, aus Zeichnungen und weiteren Dokumenten. Der Architekt und Künstler Bryan Thurston hat sich intensiv mit dem Alpengebiet befasst, aber auch mit den Themen Landschaft und Moderne Architektur.
Der erste Teil der Schenkung (Eingang bis 2005) wurde bereits in den vorhergehenden Jahren inventarisiert. Zu Thurstons Dokumentation gehören zudem Hunderte von Texten und Gedichten, die er dem Kulturarchiv Oberengadin schriftlich und per Mail gesandt hat.
Die Dokumente und Zeichnungen wurden abgelegt und inventarisiert, die Texte geordnet, ebenso die Schreiben und Gedichte, die 2016 und 2017 via Mail eingetroffen sind.
Einige Bilder wurden in den Archivräumen aufgehängt.

Nachlass Segantini
Eingangsdaten: 21.8.2001 bis 2016
Die Inventarisierung und Digitalisierung der Dokumente über Giovanni Segantini, insbesondere Briefe, Manuskripte, Fotos, Aufsätze, Publikationen in Zeitschriften wird fortgeführt. Der Segantini-Bestand wird stets mit den dazukommenden Dokumenten ergänzt.
2017 wurden ca. 300 weitere Briefe digitalisiert und die Regesten ins Online-Inventar übertragen. Den 2000 Briefen, die als Fotokopien eingereiht sind, wurde eine laufende Nummerierung zugeteilt damit diese mit den Originalschriften in Übereinstimmung gebracht werden können.
Mit der Inventarisation und Bereitstellung der Dokumente kann schon jetzt – während der noch nicht abgeschlossenen Registrierung – der stets grösser werdenden Nachfrage von interessierten Museen, Wissenschaftlern, Studenten, Schülern, Filmemachern usw. entsprochen werden.
So entstand 2016/2017 aufgrund von etlichen Segantini-Dokumenten eine Masterthesis an der Universität Basel.
Auch aus Italien melden sich immer wieder Interessierte: Eine Kunsthistorikerin hat im Auftrag des Kunstmuseums Ferrara die Segantini-Bibliothek eingehend studiert um die Einflüsse seiner Zeit zu erforschen und damit einen Beitrag an die Ausstellung „Stati d’animo“ zu leisten.
Das Original-Archiv und das Online-Archiv sind nur durch das für das Segantini-Archiv zuständige Archivpersonal zugänglich.Bekanntmachung des Kulturarchivs 

 

Bekanntmachung des Kulturarchivs

Führungen
Führungen für Erwachsene und Gruppen
Die Führungen von Dora Lardelli und ihren Mitarbeitern durch das Archiv fanden während des ganzen Jahres immer donnerstags um 16.00 und 17.00 Uhr in verschiedenen Sprachen statt.
Oft wurden auch ausserhalb dieser Termine Führungen gemacht. Dieses Angebot, auf das im Radio, in Zeitungen, im Internet, in Programmheften, auf Plakaten und Flyern hingewiesen wird, ist sehr beliebt.
Zu den besonderen Besuchern, die 2017 durch das Archiv geführt wurden, gehören:3. März: Paulin Nuotclà, „chantautur, sgrafittur, pitturartist“
17. Juni: Teilnehmer der Tagung zur Reformation von Vergerio mit Jan Andrea Bernhard
20. Juni: Gruppe der Business Professional Women, Engadin
21. Juni: Compagnia Belcanto mit Dr. Nuot P. Saratz, Pontresina
18. August: Die Künstler Marc Bundi, Patricia Jäger, Giovanni Rizzoli begleitet von Florio Puenter
10. September: Über 50 Mitglieder des Verbandes der Schweizer Akademikerinnen unter der Leitung von Urezza Famos und Dr. Ursulina Mutzner
29. September: Das Personal der Dokumentationsbibliothek St. Moritz mit Dora Filli
29. September: Besuch des algerischen Botschafters und Kulturleute der Val Camonica
10. November: Besuch von Cultura Pontresina, organisiert von Richard Plattner

Bekanntmachung bei Schulen und Bildungsinstituten
Auf die Kontakte zu Schulen, Bildungsinstituten und Universitäten wird grosser Wert gelegt.Es wurden Führungen allgemeiner Art und zu spezifischen Themen, dem Alter der Schüler und Studenten entsprechend, angeboten.Beraten wurde die Maturandin Sina Conrad für die Auswahl der Künstler und die Organisation der Ausstellung „Art Viva in Stüvas Veglias“ im Engadiner Museum St. Moritz.
Mit der Fachhochschule Nordostschweiz wurde das Projekt „Visualisierung Dokumentation Segantini“ abgeschlossen, wofür das Archiv zahlreiche Digitalisate und Informationen lieferte.

Präsenz in den Medien und Kontakte zu Institutionen und privaten Interessenten
Die Präsenz in den Medien, bei Instituten, Gemeinden, in der Öffentlichkeit und in der Bevölkerung ist grundlegend wichtig, damit die Leute auf das Archiv aufmerksam werden und die Wichtigkeit der Kulturinstitution erkennen.
Regelmässig wurden Interessierte mit Unterlagen des Archivs beliefert.
Bestandeslisten wurden an Gemeinden, Bibliotheken, Archive und andere Interessierte abgegeben.

2017 fanden fünf Vorträge und Präsentationen von Dora Lardelli über das Kulturarchiv und die Bestände statt:
7. März: Präsentation des Kulturarchivs Oberengadin an der Sitzung des Schweizerischen Akademikerinnen-Verbandes, Chur
12. Juni: Führung durch das Kulturarchiv und die LATERNA-MAGICA-Ausstellung für 50 Baufachleute aus der ganzen Welt, eingeladen von BASWA acoustic AG
11. August: Vortrag über das Kulturarchiv Oberengadin anlässlich der Veranstaltung „Un feudo ‚Milanese’ nei Grigioni“, Chesa cumünela, Samedan
29. Mai: Einführungsansprache der Ausstellung LATERNA MAGICA, Hotel Laudinella, St. Moritz
15. August: Vernissageansprache LATERNA MAGICA, Chesa Planta, Samedan

Das Kulturarchiv präsentierte sich an diversen öffentlichen kulturellen Anlässen wie u. a.:
Buchpräsentation „111 Orte im Engadin“ von Silvia Schaub, Café Badilatti Zuoz
Diskussion mit Adolf Collenberg in der Chesa Fonio Sils-Maria
Eröffnung Sommerausstellung Engadiner Museum St. Moritz
Eröffnung Kunstwege Pontresina
Eröffnung Sommerausstellung Atelier Segantini Maloja
Porte aperte in Soglio
Tavulin-Talgespräche im Hotel Reine Victoria, St. Moritz
Präsentation Lake Staz Mystery von Ettore Comi im Schlosshotel Pontresina
Teilnahme an den sogenannten Kick-Off-Veranstaltungen von Engadin St. Moritz Tourismus sowie am Workshop „Strategieprozess ESTM AG“ um einen Beitrag an die Positionierung der Kultur innerhalb der Tourismusorganisation zu leisten.
Teilnahme am „Runden Tisch“ im Engadiner Museum St. Moritz, organisiert von den Museen Graubündens, zwecks Austausch mit den anderen Kulturinstitutionen der Region.

Dokumentation zur Information und Vermittlung
Es wurden Dokumentationen zu den einzelnen Beständen mit Fundgeschichte, Notizen zu mündlichen und schriftlichen Auskünften (der Donatoren, über die ehemaligen Besitzer), Texten, Notizen usw. zusammengestellt.
Daraus soll eine bebilderte Broschüre entstehen, die als Grundlagewissen und als Führer im Archiv dienen soll. Dafür wurden zahlreiche Dokumente zu den Beständen im dafür angelegten Hängeregister und auch in digitaler Form gesammelt.

 

Ausstellungen, Beteiligung an Anlässen

Ausstellung LATERNA MAGICA
Zusammenarbeit mit „AlpenMythenSehen“
Die Projektion der vom Regisseur Mark Blezinger zusammengestellten Filme zur Welt der LATERNA MAGICA im historischen Dachstock der Chesa Planta bildete vom 15. August bis 29. September 2017 eine ganz besondere Attraktion. Dafür wurden aus den Tausenden von Diapositiven, die im Kulturarchiv Oberengadin lagern, die schönsten ausgewählt und mit einigen „Juvelen“ aus europäischen Film- und Fotoarchiven ergänzt. Im Treppenhaus und in weiteren Räumen wurden seltene Projektionsapparate, Stereobetrachter und andere Geräte wirkungsvoll inszeniert. Auf neuartigen 3D-Bildschirme konnte man ganze Serien von Stereodias betrachten. Einige Objekte wurden, auf einen Aufruf in der Presse hin, leihweise zur Verfügung gestellt. Ein spezieller Höhepunkt war die Leihgabe der bis anhin unbekannten Stereodiapositive des Architekten Nicolaus Hartmann.
Besucher aus der ganzen Welt kamen teilweise gezielt angereist, um die einzigartige Schau – und gleichzeitig auch das Kulturarchiv! – die im historischen Dachstock des Hauses besonders lebendig zur Geltung kam, zu besichtigen: die Firma BASWA acoustic AG besuchte die Ausstellung und das Kulturarchiv mit Architekten und Gestaltern aus verschiedensten Ländern, der Schweizerische Verband der Akademikerinnen nahm den Anlass aufs Programm, der algerische Botschafter kam mit seinem Gefolge und Vertretern des UNESCO-Weltkulturerbes der Val Camonica angereist, diverse Schulklassen kamen, um das Lichtspiel zu betrachten, Künstler und Designer (Mattheo Thun), Schauspielerinnen (Alexandra Prusa) und die Schriftstellerin Erica Pedretti gehörten zu den gern empfangenen Gästen. Auch die Kulturvertreter des Kantons Graubünden beehrten uns mit ihren Besuchen: die Leiterin des Amtes für Kultur Graubünden Barbara Gabrielli, die Leiterin des Rätischen Museums Dr. Andrea Kauer und ihre Mitarbeiterin Silvia Conzett.

„Schaufenster“-Ausstellungen und Präsentation an öffentlichen Stellen und in Geschäftsvitrinen
in Zusammenarbeit mit Banken und Geschäften

Ein Kamel in St. Moritz – Camill Hoffmann, 1861–1932
Jahresausstellung im Foyer Hotel Laudinella,
 St. Moritz, 30. Mai 2016 bis 30. April 2017

Laterna Magica – es war einmal
Jahresausstellung im Foyer Hotel Laudinella, St. Moritz, 29. Mai 2017 bis 31. April 2018
Zum Thema der LATERNA MAGICA wurden – in Form von Reproduktionen – seltene Streifendias von Märchen, Diapositive mit Engadiner Häusern und Inneneinrichtungen aus verschiedenen Engadiner und Bergeller Familiennachlässen gezeigt.

Laterna Magica - oggi
Rimessa Castelmur,
10. September bis 22. Oktober 2017
Das Kulturarchiv Oberengadin stellte Diapositive und Apparaturen für die von Mark Blezinger und Dora Lardelli eingerichtete multimediale Schau zur Verfügung. Die von der Türe durch Gucklöcher sichtbare Lichtinstallation mit dafür komponierter Musik begeisterte zahlreiche Zuschauer.

Wintersport
Butia d’Or, Samedan, Februar 2017
Aus Anlass der Ski-Weltmeisterschaft stellte das Samedaner Schmuck- und Uhrengeschäft „Butia d’Or“ im Schaufenster alte Skis und Fotos zum Thema Skisport im Engadin aus unseren Archivdepots aus.

Abrazo
Razzía Restaurant und im Club el Social, Zürich
5. bzw. 22. September 2017
Das Kulturarchiv Oberengadin war am Musiktheater „Abrazo, Tango des Überlebens“ von Alexandra Prusa mit Dokumenten über die Auswanderung nach Argentinien (Schenkung Camenisch) und alten Reiseplakaten beteiligt.

 

Der Vorstand und der Verein

Der Vorstand traf sich zu einer ordentlichen Sitzung, dazu fanden zahlreiche Besprechungen zwischen den Vorstandsmitgliedern statt.
Die Mitgliederversammlung des Kulturarchivs Oberengadin fand am 4. August 2017 in Anwesenheit von 28 Mitgliedern und Freunden in der Chesa Planta, Samedan, statt.
Ende 2017 zählte der Verein Kulturarchiv Oberengadin 123 Einzelmitglieder, dazu 90 Life-Members, drei Kollektiv- und vier Ehrenmitglieder (2016 waren es 133 bzw. 87, drei und vier).

Mitarbeiterstab des Kulturarchivs Oberengadin 2017
Insgesamt wurden etwa wie im Vorjahr 5000 effektive Arbeitsstunden geleistet, davon rund 2500 bezahlte und 2500 unbezahlte (insb. der Präsidentin, der anderen Vorstandsmitglieder und der freiwilligen Helferinnen und Helfer, siehe Abschnitt „Dank“).

Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter
Lic. phil. Dora Lardelli, Vicosoprano, Kunsthistorikerin, Präsidentin des Kulturarchivs, Leiterin des Betriebes und der Projekte, Inventarisation, Aufarbeitung, 50%-Stellenpensum
Ursula Zischg, Celerina, Schriftsetzerin, Inventarisation, Sekretariat, 40%-Stellenpensum
Edith Wetzel, Bever, Hochbauzeichnerin, Inventarisation, 20%-Stellenpensum
Gian Nicola Bass, Zuoz, Media-Fachmann und Techniker, 40%-Stellenpensum
Marlies Gallati, Samedan, Reinigungsarbeiten, 5%-Stellenpensum
Praktikanten und Zivildienstmitarbeitende, insgesamt 15%-Stellenpensum
Geetha Kootummel, Praktikantin

Dank an die freiwilligen Mitarbeiterinnen, Mitarbeiter, Beraterinnen und Berater
Ernst Amacher, ehem. Gemeindeschreiber, Pontresina, Kontakte
Poldi Berchtold, Makler, Vaduz und St. Moritz, Beratung, Kontakte
Patrick Blarer, Architekt, Samedan, Vizepräsident des Kulturarchivs, Mitarbeit, Einrichtung, Beratung
Mark Blezinger, Regisseur und Fotograf, Mitarbeit im Archiv, Visualisierung, Digitalisierung, Konzept Ausstellung LATERNA MAGICA
Catarina Caratsch, Zürich und S-chanf, Buchhändlerin, Mithilfe beim Aufbau der Ausstellung LATERNA MAGICA
Alfons Clalüna, Lehrer, Samedan, Übersetzungen und Informationen
Andrì Donatsch, Maler und Dekorationsmaler, Celerina, Vorstandsmitglied des Kulturarchivs, Bekanntmachung
Dr. Wolfgang Froriep, La Punt und Zürich, Transkriptionen und Übersetzungen
Gion Gaudenz, Pfarrer, Celerina, Transkriptionen
Diego Hättenschwiler, Köniz, Aufsetzen der Wikipedia-Seite des Kulturarchivs
Dora Lardelli, Kunsthistorikerin, Archivarbeit, Berichte, Geldbeschaffung, Kontakte Konzepte Ausstellungen und Publikationen usw.
Dr. Silvio Margadant, ehem. Staatsarchivar Graubünden, Chur, Vorstandsmitglied des Kulturarchivs, Beratung, Archivierung, Transkriptionen
Roy Oppenheim, Lengnau/A, Ansprache, Texte Ausstellung LATERNA MAGICA
Dr. med. Ursulina Mutzner, St. Moritz, Aufsicht Ausstellung LATERNA MAGICA
Florio Puenter, Fotograf, St. Moritz, Vorstandsmitglied des Kulturarchivs, Kontakte, Beratung
Gian-Reto Rainalter, Architekt, Zuoz, Vorstandsmitglied des Kulturarchivs, Mitarbeit
Martin Ruch, Innenarchitekt, St. Moritz, Transport Bild aus Basel, Sichtung Bestand Kaiser in Zürich
Dr. Susanna Sala Massari, Archivarin, Maloja und Mailand, Vorstandsmitglied des Kulturarchivs, Mitarbeit Archivierung, Digitalisierung Bestand Segantini
Duri Saratz, Pontresina, Transkriptionen, Scans Bestand Saratz
Daniela Seeberger, Vorstandsmitglied des Kulturarchivs, Beratung, Kontakte
Vroni Stoffel, Samedan, Mitarbeit bei Recherchen und Inventarisation, Aufsicht Ausstellung LATERNA MAGICA
Dr. Cordula Seger, Kulturhistorikerin, St. Moritz, Mitarbeit, Beratung
Johannis Pedroso de la Torre, Madulain, Mitarbeit Aufbau LATERNA MAGICA
Richard Travnicek, Zuoz, Einrichtung, Aufsicht LATERNA MAGICA, Ordnungsarbeit
Verschiedene weitere Freiwillige: für diverse Einsätze 

 

Schlussbemerkung: Kultur hat Zukunft

Das Kulturarchiv Oberengadin bedankt sich dafür, von den Einheimischen und Gästen als Ort der Kultur, die jeden betrifft, wahrgenommen und anerkannt zu werden. 

Auch junge Leute nehmen das Archiv als „Schatz“ wahr, wie etwa aus dem Interview mit Diana Pedretti in der Süddeutschen Zeitung hervorgeht: (Artikel „Grandezza auf Kufen, 20. Januar 2017) „... Leider gibt es ihn und seine Knickerbocker-Hosen nur noch im Kulturarchiv Oberengadin. Dort sind viele Filmaufnahmen, Fotos und Postkarten aus einer Zeit aufbewahrt, in der die Eisflächen vor den großen Hotels in St. Moritz und anderen Wintersportorten die Treffpunkte der mondänen Welt waren.“

Lic. phil. Dora Lardelli, Präsidentin
Patrick Blarer, Vizepräsident

 

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